Start » Kochmagazin » Kochlexikon » Dämpfen und Dampfgaren

Dämpfen und Dampfgaren

Dämpfen bzw. Dampfgaren ist eine besonders schonende Kochtechnik, bei der die Zutaten im Wasserdampf garen, ohne dabei mit dem siedenden Wasser in Berührung zu kommen. Diese Zubereitungsart bewahrt nicht nur den natürlichen Geschmack der Zutaten, sondern auch deren Nährstoffe und Farben. Vor allem Gemüse, Fisch und zartes Fleisch profitieren von dieser Technik.

Was ist Dämpfen?

Dazu benötigst Du einen hohen Topf mit Gittereinsatz oder ein Sieb zum Einhängen. Beim Dämpfen verkocht Wasser zu Dampf, der die feuchte Hitze auf die Lebensmittel überträgt und sie schonend gart. Der aufsteigende Wasserdampf umhüllt das Gargut und sorgt für eine gleichmäßige Erhitzung.

Es besteht kein direkter Kontakt mit Wasser und deshalb bleibt neben dem Eigengeschmack und der Farbe auch der größte Teil der wasserlöslichen Vitamine und Mineralstoffe, die im siedenden Kochwasser verloren gehen würden, im Dampf erhalten. Dämpfen ist also eine ebenso schonende wie gesunde Garmethode, die gänzlich ohne Fett auskommt.

Dämpfen: Die Vorteile

  1. Nährstoffschonend: Weniger Verlust an Vitaminen und Miineralstoffen im Vergleich zum Kochen.
  2. Intensiver Geschmack: Das Gargut wird nicht im Wasser ausgelaugt. Deshalb behält es seinen Eigengeschmack und sein Aroma.
  3. Fettarm: Zum Dämpfen ist wenig bis gar kein Fett erforderlich und damit ist diese Garmethode ideal für eine kalorienbewusste Ernährung.
  4. Kein Anbrennen: Durch die sanfte Garmethode wird Überhitzung und Anbrennen verhindert.

Welche Lebensmittel eignen sich zum Dampfgaren?

Besonders gut geeignet sind:

  • Gemüse: z.B. Brokkoli, Karotten, Zucchini, Blumenkohl, Kartoffeln, Mangold, Rote Beete, Spargel, Spinat, Tomaten, Zucchini oder Zuckerschoten
  • Fisch & Meeresfrüchte: Lachs, Kabeljau, Garnelen
  • Fleisch: Hähnchenbrust, zarte Rindfleischstücke
  • Getreide & Hülsenfrüchte: Reis, Quinoa, Linsen
  • Obst: Äpfel, Birnen, Pflaumen (z. B. für Kompott)

Welche Geräte werden zum Dämpfen verwendet?

Dampfgarer: Elektrische Geräte mit verschiedenen Garkammern
Mikrowellen-Dampfgarer: Schnelle und gute Ergebnisse
Schnellkochtöpfe: Hoher Druck und hohe Temperaturen sorgen für schnelles Dampfgaren
Topf mit Siebeinsatz: Eine einfache und günstige Methode
Bambusdämpfer: Traditionell für asiatische Gerichte
Dampfbackofen: Moderne Backöfen mit Dampffunktion

Tipps für perfektes Dampfgaren

  1. Wasser nicht zu hoch einfüllen, damit die Lebensmittel nicht direkt im Wasser schwimmen.
  2. Deckel geschlossen halten, um den Dampf nicht entweichen zu lassen
  3. Gleichmäßig große Stücke schneiden, um eine einheitliche Garzeit zu gewährleisten.
  4. Kräutern oder Gewürzen aromatisieren das Gargut, indem sie ins Wasser oder direkt aufs Gargut gegeben werden.
  5. Nicht zu lange dämpfen, damit Vitamine und Mineralstoffe erhalten bleiben.
  6. Nicht den Deckel oder den Backofen während des Dämpfens öffnen. So entweicht der zum Garen notwendige Wasserdampf und die Temperatur sinkt.

Beispiel: Brokkoli dämpfen

So einfach und schnell dämpfst Du beispielsweise Brokkoli: Brokkoli waschen, putzen und in Röschen teilen. Ein wenig gesalzenes Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, die Brokkoli-Röschen in einem Siebeinsatz in den Topf hängen, ohne dass sie mit dem siedenden Wasser in Berührung kommen. Die Hitze auf eine mittlere Stufe reduzieren und fünf Minuten mit geschlossenem Deckel bei circa 100 Grad im Wasserdampf garen.

Was ist der Unterschied zwischen Dämpfen und dünsten?

Beide Garmethoden sind schonend. Der Unterschied liegt im Kontakt mit Wasser. Beim Dämpfen haben die Lebensmittel keinen direkten Kontakt zum Wasser. Beim Dünsten ist das anders. Hier gart z.B. das Gemüse in wenig Wasser oder Gemüsefond. Der Vorteil liegt wie beschrieben auf der Hand – Beim Dämpfen gehen im Unterschied zum Dünsten weniger Inhaltsstoffe verloren.

Fazit

Dampfgaren ist eine der gesündesten Zubereitungsmethoden und eignet sich hervorragend für eine ausgewogene Ernährung. Mit der richtigen Technik bleiben Speisen saftig, aromatisch und voller wertvoller Nährstoffe. Ob traditionell mit Siebeinsatz oder modern im Dampfgarer: Das Dämpfen überzeugt durch Einfachheit und Geschmack!

Dämpfst Du Deine Lebensmittel und was sind Deine Erfahrungen? Teile es gerne in den Kommentaren.

Ähnliche Beiträge

  • Fermentieren – natürlich haltbar machen

    Fermentieren: Die Kunst der natürlichen Konservierung Wer Lebensmittel fermentiert, macht sie länger haltbar und besser verdaulich. Fermentieren bezeichnet die mikrobielle Umwandlung organischer Stoffe. Fermentieren ist eine jahrhundertealte Technik zur Haltbarmachung von Lebensmitteln. Dabei werden natürliche Mikroorganismen wie Bakterien oder Hefen genutzt, um Lebensmittel durch Gärungsprozesse zu verändern. Dieser Prozess verbessert nicht nur die Haltbarkeit, sondern…

  • Was versteht man unter Sautieren?

    In unserem Kochlexikon leiten sich viele Begriffe aus dem französischen ab – so auch die Kochtechnik Sautieren. Der Begriff „sauter“ bedeutet so viel wie „hüpfen oder springen“, denn bei dieser wichtigen Garmethode der französischen Küche wird das Gargut in der Pfanne leicht springend bewegt. Das Geheimnis des Sautierens ist das gleichmäßige Schwenken, damit jede Seite…

  • Was ist blanchieren?

    Blanchieren macht Gemüse knackig, farbintensiv, aromatisch und haltbarer. Blanchieren kommt wie viele Fachbegriffe in unserem Kochlexikon aus dem Französischen (blanchir bedeutet auf deutsch weiß machen). Blanchieren ist eine grundlegende Küchentechnik, die in vielen Rezeptanleitungen zu finden ist. Auch in der Alltagsküche wird dafür Gemüse kurz in kochendem Wasser oder Dampf erhitzt und anschließend in Eiswasser…

  • Chambrieren: Die Kunst der richtigen Temperatur für besseren Geschmack

    Was bedeutet Chambrieren? Der Ausdruck Chambrieren stammt wie so viele Begriffe in unserem Kochlexikon aus dem Französischen (chambre = Zimmer) und beschreibt einen einfachen Prozess für die optimale Entfaltung von Aromen und Geschmack. Chambrieren ist ein Begriff aus der Gastronomie und bezeichnet das sanfte Erwärmen von Lebensmitteln, insbesondere von Wein oder Fleisch, auf Zimmertemperatur. Warum…

  • Was bedeutet Passieren beim Kochen?

    Passieren ist eine klassische Technik beim Kochen, die häufig verwendet wird, um Speisen feiner zu machen. Ob Suppen, Saucen oder Pürees – durch das Passieren entsteht eine besonders glatte Konsistenz. In diesem Beitrag erfährst du, was genau passieren bedeutet, welche Hilfsmittel du brauchst und wie du verschiedene Zutaten wie Kartoffeln oder Gemüse passieren kannst. Perfekt…

  • Was bedeutet al dente?

    Wenn es um einen Begriff geht, den wir hauptsächlich im Zusammenhang mit Nudeln benutzen, wundert es nicht, dass „al dente“ aus dem Mutterland der Pasta kommt und auf Deutsch so viel heißt wie „für den Zahn“. Al dente – Perfekte Bissfestigkeit in der Küche Das italienische „al dente“ wird ins deutsche oft mit „bissfest“ übersetzt,…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert